Kostensenkung Mittelstand - Kostensenkung, die richtige Reihenfolge
Wie kommen wir schnell zu einer Kostensenkung?
Hermann Schlichting
1/12/20262 min read


Aufgrund der globalen politischen Rahmenbedingungen sind heute viele Unternehmen einem bisher nicht bekannten Kostendruck ausgesetzt.
Um diesem Kostendruck zu bewältigen, wird "versucht" die Produkte kostengünstiger zu gestalten bzw. herzustellen.
Zum Beispiel über Designänderungen, Prozessoptimierungen, Reduzierung der Einkaufspreise u.v.m.
Dieses Vorgehen ist notwendig. Aber es führt teilweise nicht schnell genug zum Erfolg und erfordert u.U. auch hohe Investitionen.
Wenn wir ein Unternehmen aufgrund einer kritischen Ergebnislage sanieren, muss es meistens sehr schnell gehen - innerhalb von Monaten.
Dazu gehen wir in 2 Schritten vor.
1. Schritt - Komplexitätsreduzierung:
Ziel ist es, mit geringen Aufwand Überkomplexität zu erkennen und
notwendige Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung zu erarbeiten.
Dazu gehören z.B.
- Streichungen bei Kunden und Produkten
- Auslagerung der Produktion von notwendigen Exotenprodukten
und Ersatzteile an Lieferanten
- Preisanpassungen
- Mindestbestellmengen
- u.v.m.
Dabei analysieren wir im wesentlichen
- das Produktprogramm und
- die Kundenstruktur.
Die großen Komplexitätstreiber sind im
- Maschinenbau das Produktprogramm
- Komponentengeschäft überwiegend die Kundenstruktur
Dabei stehen z.B. folgende Analysen im Vordergrund:
- Welche Produkte und Kunden tragen zur Wertschöpfung bei?
- Welche Potentiale und Risiken sind vorhanden?
- Wie sehen die Beziehungen zwischen Produkten und Kunden aus?
- ...
Um für diese Analysen eine solide Entscheidungsbasis zu bekommen,
ist es speziell im Mittelstand erforderlich, die Gemeinkostenzurechnung
zu den Produkten und Kunden zu analysieren und korrigieren.
Hintergrund ist, dass die überwiegend eingesetzte Zuschlagskalkulation
nicht in der Lage ist, bei einer heterogenen Produkt- und Kundenstruktur
die Gemeinkosten verursachungsgerecht zuzurechnen.
Dies ist nur mit einer Prozessorientierten Kalkulation (PoK) möglich.
In diesem Beitrag habe ich das Thema der Ungenauigkeit der Zuschlagskalkulation ausführlicher dargestellt.
https://schlichting-akademie.de/kostensenkung-mittelstand-die-zuschlagskalkulation-rechnet-sie-richtig
Darüber hinaus stellten wir in Projekten - z.B. Gemeinkostenanalyse - fest, dass für unterschiedliche Produktfamilien gleiche Kalkulationsformeln bzw. Zuschlagssätze
bei der Beschaffung, in der Fertigung, bei Entwicklungskosten und im Versand
angewendet wurden, wodurch eine Verzerrung bei der Kosten- und Ergebnissituation auftrat.
Dabei wurden den Hauptumsatzträgern (Produkte und Kunden) zu hohe Gemeinkosten und den Klein-Produkten und -Kunden zu niedrige Gemeinkosten zugerechnet.
Damit war eine aussagekräftige Ergebnisrechnung nicht mehr möglich und führte zu Fehlentscheidungen.
Dies ist kein Einzelfall. Wir können heute - nach 30 Jahren Erfahrung mit diesem Thema - sagen, dass alle Unternehmen, die die Zuschlagskalkulation einsetzen mehr oder weniger stark davon betroffen sind. Dies ist abhängig von der Heterogenität des Produkt-Programms und der Kundenstruktur.
Eine Beispiel-Rechnung verdeutlicht diese Problematik unter:
https://schlichting-akademie.de/kostensenkung-mittelstand-die-zuschlagskalkulation-rechnet-sie-richtig
2. Schritt - Produktoptimierung, Prozessoptimierung, Einkauf, ...:
Hierbei wenden wir uns dann den verbleibenden Produkten zu.
Dabei senken wir die Kosten, z.B. über
- das Redesign der Produkte durch
- Design to Cost
- Modularisierung
- Reduzierung der Produkt-Komplexität
- ...
- Anpassung und Optimierung der Prozesse an das reduzierte Produktprogramm
und an die veränderte Kundenstruktur
- Reduzierung der Kostentreiber im GK-Bereich (Gemeinkosten-Analyse)
- Reduzierung der Einkaufspreise durch
- Lieferanten-Analyse
- Einkaufspotential-Analysen
- Kooperations-Management
- ...
- u.v.m
Und dann wenden wir uns den Unternehmens-Zielen, -Strategie, Stärken und Schwächen, Kernkompetenzen, Führung und Kooperation zu.
Weiter Informationen finden Sie unter:
https://schlichting-akademie.de/design-to-cost-methoden-seminar-zur-kostensenkung
https://schlichting-akademie.de/komplexitats-management-seminar
Hermann Schlichting

